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Station 6 von 12

Fockenberghütte / Steillage

Augen auf. Ohren auf.

Der Audioguide zu dieser Station. Die Lesefassung steht darunter.

Audioguide zum Nachlesen

Riesling, steile Hänge und die Riesling Lounge

Riesling gehört zum Roten Hang. Die langsam reifende Rebsorte kann hier ihre Fruchtaromen entwickeln, die späte Herbstsonne nutzen und zugleich ihre frische Säure bewahren. Sie reagiert auf die Bedingungen ihres Standorts und stellt hohe Ansprüche an das Handwerk der Winzerinnen und Winzer. Am Roten Hang treffen dafür Boden, Klima und Erfahrung zusammen.

Was eine Steillage ausmacht

Flüsse, geschützte Hänge und günstige Ausrichtungen prägen viele deutsche Weinlandschaften. Die Bezeichnung „Steillage“ beziehungsweise „Steillagenwein“ knüpft an eine Neigung der Rebfläche von mindestens 30 Prozent an. Solche Weinberge begegnen Ihnen am Roten Hang immer wieder. Hier am Hipping beschreibt die Aufnahme einen Hang mit etwa 60 Prozent Neigung – ein anschauliches Beispiel für die Arbeit im steilen Gelände.

Wein und Musik über dem Rhein

An der Fockenberghütte treffen sich nicht nur Wandernde und Winzer. Im Rahmen der Weinpräsentation wird sie auch zum Treffpunkt der Riesling Lounge. Im Audioguide erzählt ein Gast, was ihn daran begeistert: draußen tanzen, interessante Rieslinge probieren, alte und neue Freunde treffen und den Blick über die Landschaft genießen. Die jungen Winzerinnen und Winzer verbinden Wein und Musik zu einem gemeinsamen Abend mitten im Roten Hang. Termine und Programm stehen auf der Veranstaltungsseite.

Staccato zum Roten Hang – Bernd Kern

Im zweiten Teil der Aufnahme folgt Bernd Kerns literarisches „Staccato zum Roten Hang“. Die folgende Lesefassung bewahrt den Text und seine kurzen, rhythmischen Zeilen; die englische Seite bietet eine sinngemäße Übersetzung.

Der Rote Hang.
Ein Wunder. Ein großes Glück.
Wo Tag für Tag die Sonne ihren Lauf durch Rheinhessen beginnt.
An diesem Knackpunkt der Erdgeschichte.
Wo aus dem Saurier-Sonnenbad von einst
eine geile, steile Kante für die Reben wurde.
Dieser verklärte Riesling-Hotspot.
Eine knisternde Dreiecksbeziehung aus Rhein, Stein und Riesling.
Der Inbegriff des Genius loci.

Der Rote Hang.
In flagranti mit den Rebenflüsterern,
den Meistern im Meistern des Klimawandels.
Immer im Blick den perfekten Wein aus diesem perfekten Hang.
Aus Stein geschaffen und dahingestellt für Perfektionisten.
Diese Liaison aus Kultstätte und Experimentallabor.
Ein Marktplatz der Begehrlichkeiten.
Dabei sein ist alles.
Auch für Migranten aus dem Hügelland.
Mustergültige Integration von Stickel zu Stickel.
Gemeinsam auf diesem roten Ton-Sandstein etwas Großes schaffen.
Ein Riesling mit viel Herz und ganz eigenem Swing.
Ausruhen gilt nicht.
Die Messlatte wird Jahr für Jahr höher gelegt.

Der Rote Hang.
Aller Ehren wert.
Schönste Weinsicht und Höhepunkt der Weinkultur.
Glückliche Glöck.
Nicht rot, aber uralt.

Der Rote Hang.
Ein Sehnsuchtsort für Panoramawanderer.
Immer entlang an diesem roten Riegel von Nackenheim bis Schwabsburg.
Mitten durch die Schatzkiste der weltberühmten Lagen.
Der steile Aufstieg.
Ein Déjà-vu von Wolfgang Altendorfs Hiob bei seiner Sisyphusarbeit im Weinberg.
Aber oben am Rheinterrassenweg schallt von Weitem schon das lustvolle Lachen
aus Carl Zuckmayers „Der fröhliche Weinberg“.
Dazu haut sich Goethes Faust einen echten Niersteiner rein.
Ob in Auerbachs Keller oder sonst wo auf der Welt:

Riesling vom Roten Hang ist ein Phänomen.
Riesling vom Roten Hang ist ein Mythos.
Riesling vom Roten Hang ist aber auch ein Beweisstück für das großartige Können all der Leute,
die auf diesem wunderbaren Fleckchen Erde arbeiten.
Und für deren Riesling-Offenbarung wir neidlos dankbar sind.
Für Rieslinge vom Roten Hang, die – zurück zum fröhlichen Weinberg –
allzeit ein Stückchen Natur, ein Stückchen Element,
ein Stückchen Kindstauf und ein Stückchen Himmelfahrt sind.

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Wein vom Roten Hang e.V