Roter Hang Nierstein
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Der Rote Hang
 
 


Geologie


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Warum ist der "Rote Hang" rot
Der "Rote Hang" bildet den Steilabfall des rheinhessischen Plateaus an der Grenze zwischen dem Mainzer Becken und dem Oberrheingraben. Hier treten rote Ton- und Sandsteine aus der Zeit des Rotliegenden an die Oberfläche.

Zeitreise ins Rotliegend
Das Rotliegende entstand vor etwa 280 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit gab es noch keine großen Saurier auf der Erde und bis zum Erscheinen der ersten Menschen sollten noch 278 Millionen Jahre vergehen. Im Raum Nierstein herrschte zu dieser Zeit ein subtropisches trocken-heißes Klima.

Rote Steine
Die roten Gesteine aus dem Raum Nackenheim-Nierstein werden als jüngste, heute noch erhaltene Ablagerung der Rotliegend-Zeit im Saar-Nahe-Becken angesehen und wegen ihres isolierten Vorkommens als "Nierstein-Formation" bezeichnet. Mindestens 770 Meter mächtig ist die Serie aus Sand- und Tonsteinen, in die dünne, kalkige Bänder eingelagert sind. Während der untere und mittlere Teil dieser Serie als Ablagerung von stehendem oder nur schwach bewegtem Wasser angesehen wird, ist der obere Teil vermutlich durch Windablagerung entstanden. Die rote Farbe ist auf Rote SteineEisenverbindungen (Hämatit) zurückzuführen, die sich unter den subtropischen Klimaverhältnissen gebildet haben.

Durch den Druck der Überlagerung über Jahrmillionen entstand aus dem Tonschlamm Tonstein und aus lockerem Sand fester Sandstein. Ihre Eigenschaften als Ausgangsgesteine für die Bodenbildung (z.B. Wärmespeicherfähigkeit) sind ähnlich denen von Schiefer. Die heutige Form des "Roten Hanges" wurde durch den Rhein geschaffen, der den Hang zwischen Nierstein und Nackenheim eingeschnitten hat.

Jeder Wein ist wesentlich von dem Boden geprägt, auf dem die Rebe wächst. Die Reben des Roten Hanges bringen besonders filigrane, feinfruchtige und mineralische Weine hervor. Der Riesling vom Roten Hang ist das klassische Beispiel für die grundlegende Beeinflussung des Weins durch den Boden.

Das besondere Mikroklima des Roten Hangs in Nierstein wird geprägt durch die Hangneigung der Weinberge nach Süden und Südosten sowie durch die Nähe der Weinberge zum Rhein. Am Hang stehende Reben können die Wärme der Sonne besser nutzen, da die Sonnenstrahlen annähernd in einem rechten Winkel einfallen. Damit kann die Energie besser genutzt und zum Reifefortschritt der Trauben eingesetzt werden.

Land unter im Tertiär
Lange Zeit später, vor etwa 30 Millionen Jahren , drang das Meer durch den Oberrheingraben bis in das heutige Mainzer Becken vor und überflutete die damalige Landschaft. Hinterlassenschaft dieses Meeresvorstoßes sind die Mergel- und Kalksteine, die heute in großen Steinbrüchen gewonnen werden. Auch die roten Gesteine bei Nierstein wurden von diesen Meeresablagerungen überdeckt. Doch warum sind diese Gesteine bei Nierstein im Gegensatz zu Mainz heute nicht mehr zu sehen?

Bewegungen im Eiszeitalter
Auch dafür lassen sich Hinweise am "Roten Hang" finden. Schräg gestellte Schichten und an tektonischen Störungen auseinander gerissene Gesteine zeugen von den Kräften der ruhelosen Erde. Bewegungen an Störungen sind dafür verantwortlich, dass die roten Gesteine hier an die Oberfläche treten. Sie wurden seit Beginn des Eiszeitalters in den letzten 2 Millionen Jahren herausgehoben. Zeitgleich erfolgte an dieser Stelle die Abtragung der auflagernden Gesteine aus der Zeit des Tertiär-Meeres. Die heutige Form des "Roten Hanges" wurde durch den Rhein geschaffen, der den Hang zwischen Nierstein und Nackenheim durch Einschneiden in die sich hebenden Rotliegend-Gesteine herauspräpariert hat.

Terroir – Dieser Boden verdient den Begriff!
In der jüngeren Vergangenheit ist der Begriff „Terroir“ häufig verwendet worden, wenn die Besonderheiten eines Weinbergs als Grundlage für einen vermeintlich außergewöhnlichen Wein beschrieben werden sollten. Dabei bezieht sich „Terroir“ auf mehr als die bloße Beschreibung des Bodens, in welchem eine Rebe wächst. Ein besonderes Terroir entsteht mindestens aus dem Zusammenspiel der Bodenzusammensetzung und des Mikroklimas des Weinbergs. Nur sehr selten ergibt das Zusammenspiel Boden – Klima eine so außergewöhnliche Kombination, daß ernsthaft von „Terroir“ gesprochen werden sollte. Diese seltene Kombination findet sich am Niersteiner Roten Hang. Ein weiterer, beeinflussender Faktor ist die Hand des Winzers, der die Trauben zu Wein verarbeitet. Dieser Faktor kann natürlich nicht zu „Terroir“ gezählt werden, ist jedoch ebenso wichtig für die Qualität und Besonderheit des endgültigen Weines. Jeder Wein, unabhängig von Herkunft und Rebsorte, ist von diesen drei Komponenten grundlegend beeinflußt:

1. dem Boden, auf dem die den jeweiligen Wein hervorbringenden Reben stehen.
2. dem Klima (Mikroklima), welchem die Rebe ausgesetzt ist.
3. dem Winzer, der die Trauben in einem eher einer Kunst als einem Handwerk ähnelnden Prozeß in Wein verwandelt.

Der Vereinigung „Wein vom Roten Hang e.V.“ gehören die besten Erzeuger aus Nierstein und Schwabsburg an. Diese Auswahl garantiert beste Qualität der erzeugten Weine. Zusätzlich aber prägen Boden und Klima die Weine vom Roten Hang in einer Weise, die ihnen eine Solitärstellung unter den Weißweinen der Welt einräumt und ihnen einen Spitzenplatz unter den besten Weißweinen der Welt sichert.

Jeder Wein ist wesentlich von dem Boden geprägt, auf dem die Rebe wächst. Die Reben des Roten Hanges bringen besonders filigrane, feinfruchtige Weine hervor. Der Riesling vom Roten Hang ist das klassische Beispiel für die grundlegende Beeinflussung des Weins durch den Boden. Die „rotliegenden“ Weinbergslagen entlang des Rheines bringen Weine von besonderer Rasse hervor. Die Reben beziehen unter anderen Nährstoffen Mineralstoffe aus dem Boden, die sie bis zur Ernte an die Trauben weitergeben.

Das besondere Mikroklima des Roten Hangs in Nierstein wird geprägt durch die Hangneigung der Weinberge nach Süden und Südosten sowie durch die Nähe der Weinberge zum Rhein. Am Hang stehende Reben können die Wärme der Sonne besser nutzen, da die Sonnenstrahlen annähernd in einem rechten Winkel einfallen. Damit kann die Energie besser genutzt und zum Reifefortschritt der Trauben eingesetzt werden.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Dr. Michael Weidenfeller
Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz
www.lgb-rlp.de


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